Probefahrt: Citroën C1 – Model-Make-Up zum Sonderpreis

Mit demselben Motor, aber kleineren Preisen und einem neuen Kleid steht der neue C1 am Start

(dmd). Die Preise gehen runter im Segment der Kleinwagen. Auch Citroen schwimmt auf der Sparwelle mit – und das, obwohl der C1 schon seit Jahren zu den beliebtesten der Mini-Flitzern zählt. Jetzt wurde er optisch neu überarbeitet. Gleichzeitig wurde sein Preis in der Basisversion um 640 Euro gesenkt. Damit kostet der von einem 50 kW/68 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner angetriebene Bolide in seiner Basisversion ab 9.450 Euro. Wir machten uns mit dem Franzosen auf eine Probefahrt.

Zwar liegt der Preis des in Kooperation mit Peugeot 107 und Toyota Aygo gebauten Kleinwagens noch immer mehr als 500 Euro über dem neuen Seat Mii. Dafür glänzt er jetzt mit neuen Farben und Stoffen innen und außen. Zudem erhielten die Stoßfänger ein Make-Up. Ebenso wurde die Motorhaube modifiziert sowie die vertikalen LED-Tagfahrleuchten erneuert. Details, die den C1 nicht unbedingt schöner machen, dafür jedoch optisch an den größeren Bruder C3 annähern.  Denn wirklich alt sah der C1 auch im Umfeld der jüngsten Konkurrenz nicht aus. Buntes Blech statt Kunststoff-Vollverkleidung und billige Ausstellfenster für die Fondpassagiere findet man im Interieur hier wie dort. Wichtiger sind bei den kleinen Sparkönigen ohnehin fröhliche Farben, das stilsicher und übersichtlich gestaltete Cockpit und eine ordentliche Verarbeitung. Und hier vermag der Citroen noch immer zu überzeugen.

Der Laderaum bleibt bescheiden

Das gleiche gilt für die Platzverhältnisse, die zumindest vorn auch für Großgewachsene ausreichend sind. Die Rückbank eignet sich dagegen eher für zwei Kindersitze oder als Gepäckablage. Hier bietet die Konkurrenz mehr Beinfreiheit. Damit der Einstieg oder das Beladen nicht unnötig schwer fällt, sollten die hinteren Türen für 440 Euro Aufpreis gleich mitbestellt werden. Aus dem Zwergenreich könnte der Kofferraum des Citroen stammen – ein konstruktiver Nachteil, der sich durch eine Modellpflege nicht beseitigen lässt. Winzige 139 Liter fasst die Ablage, wenn die hohe Ladekante überwunden ist. Zu wenig für große Getränkekisten. Sogar mit umgelegten Rücksitzlehnen sind es vergleichsweise bescheidene 782 Liter.

Dafür bereitet der Einliter-Dreizylinder im französischen Einsteigermodell nach wie vor viel Freude. Drehfreudig und ausreichend munter für den täglichen Sprint von Ampel zu Ampel wie auch bei größeren Touren gibt sich das kleine Kraftwerk nirgendwo eine wirkliche Blöße. Dies gilt auch für die Fahrwerksabstimmung des Citroen, die zwar Rückmeldung über jeden Straßenschaden gibt, aber nicht unkomfortabel ist. Dazu senkt Feinarbeit durch Leichtlaufreifen und einen länger übersetzten fünften Gang den Verbrauch des Benziners um 0,2 auf 4,3 Liter pro 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß reduziert sich entsprechend auf 99 g/km. Sogar mit dem optionalen automatisierten Schaltgetriebe gönnt sich der geizige Knirps aus tschechischer Produktion nur 0,2 Liter mehr und zählt damit zu den größten Knauserern mit Schaltkomfort.

Vier Airbags und ESP gehören noch immer zur Standardausstattung

Neue Komfortdetails finden sich auch in der Liste der Wunschausstattungen für den C1. Wer trotz der knappen Abmessungen und kleinen Wendekreises nicht auf eine Einparkhilfe verzichten möchte, findet diese jetzt in der Zubehörliste. Das Extra befreit nicht nur Fahranfänger von Ängsten vor engen Parklücken – und ist in der kleinsten Klasse noch nicht selbstverständlich. Standard ist weiterhin eine Sicherheitsausstattung mit Essentialia wie ESP und vier Airbags. Ein Notbremssystem gibt es dagegen nicht. Verjüngt zeigt sich der Citroen dafür durch ein neues optionales Audiosystem mit sogenannter Connecting Box zum Abspielen von MP3-Dateien und Bluetooth-Schnittstelle.

FAZIT:
Ob das dezente Make-up genügt, um neue Emotionen für den Citroen C1 zu wecken, werden die nächsten Monate zeigen. Stilvoll und vor allem preiswert zum Shopping flitzen kann der Citymini jedenfalls noch besser als mancher jüngere.

Citroen C1 – Technische Daten:
– Viersitziger
– drei- bzw. fünftüriger Kleinstwagen
– Länge 3,44 Meter,
– Breite: 1,63 Meter
– Höhe: 1,47 Meter
– Radstand: 2,55 Meter
– Kofferraumvolumen: 139-751 Liter

Benzinmotor:
1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, Fünfgang-Getriebe, 50 kW/68 PS bei 6.000 U/min, max. Drehmoment: 93 Nm bei 3.600 U/min, 0-100 km/h in 13,5 s (14,9 s), Vmax: 160 km/h (157 km/h), Verbrauch: 4,3 l/100 km (4,5 l/100 km), CO2-Ausstoß: 99 g/km (104 g/km), Effizienzklasse: C, Preis ab 9.450 Euro (ab 11.050 Euro).
( ) = 1.0 EGS mit automatisiertem Fünfgang-Schaltgetriebe

Citroen C1 – Kurzcharakteristik:
Alternative zu: Peugeot 107, Toyota Aygo, Hyundai i10, VW Up, Skoda Citigo, Seat Mii, Suzuki Alto, Nissan Pixo
Sieht gut aus: in Scarlet-Rot oder Electra-Blau
Passt zu: frankophilen Sparern

Bildunterschrift: Der Citroën C1 rückt optisch näher an den Kleinwagen C3.
Foto: dmd/Citroën

Buntes Blech statt Kunstoff-Vollverkleidung und billige Ausstellfenster für die Fondpassagiere findet man im Interieur.
Foto: dmd/Citroën

Der Kofferraum des C1 könnte jedoch aus dem Zwergenreich stammen.
Foto: dmd/Citroën