Telematik-Versicherung

Bislang war es so, dass sich Autoversicherungen an Kriterien wie Wohnort, Schadensfreie Jahre, Stellplatz und Kilometerleistung richteten. Doch das könnte sich schon bald verändern, denn aktuell beschäftigen sich die Versicherungsgesellschaften mit dem Modell namens Telematik-Versicherung. Der Begriff Telematik bezeichnet die Datenauswertung mit Unterstützung von Informatik und Telekommunikation. Das bedeutet ganz einfach, dass der Tarif nach dem Fahrstil des Fahrers berechnet wird. Via Black Box werden dann relevante Daten wie Ort, Zeit, Geschwindigkeit und Pedalstellung direkt an die Versicherung übertragen. Wer eher ein vorsichtiger Fahrer ist, der bezahlt dann einen geringeren Beitrag, wobei risikofreudige Fahrer einen höheren Betrag zahlen müssen. Diese Vorgehensweise hört sich zwar zunächst nicht so schlimm an, doch wenn man genauer hinschaut, werden schnell Schwächen deutlich.

– Sobald man mit dem Auto losfährt wird man über die Black Box überwacht. Die Versicherungsgesellschaft weiß so immer wohin man fährt und wann. Wenn ein Verkehrsschild übersehen wird, oder eine rote Ampel dann weiß die Versicherung direkt Bescheid.

– Wer zügig fährt, der zählt nicht unbedingt zu der risikofreudigen Fahrgruppe. Ganz im Gegenteil oft haben zügige Fahrer das Auto fest im Griff, während sehr langsame sprich unsichere Fahrer unsicher wirken.

– Außerdem bedeutet der Wechsel zwischen Abbremsen und Beschleunigung und Spurwechsel nicht gleich, dass der Fahrer rücksichtslos fährt. Dabei kann es sich ganz einfach um eine Anpassung an die Verkehrslage handeln. Langsames Fahren auf der gleichen Spur bedeutet auch nicht immer eine verkehrsbehindernde oder unfallfördernde Fahrweise.

– Eine Telematik-Versicherung würde somit eher das langsame Fahren bevorzugen, was wiederum zu einem günstigeren Beitrag führt. Und das könnte wiederum zu Behinderungen im Verkehrsfluss führen.

– Wer die langsame Fahrweise nicht umsetzen möchte, der muss dann damit rechnen, dass die Beiträge für die Versicherung deutlich höher sind.

In den USA gibt es das Telematik-Modell schon. Es macht so sogar schon drei Viertel der sogenannten Marktprämien aus. In Großbritannien gibt es diese Form der Versicherung auch schon vereinzelt. In Deutschland spielen schon ein paar Versicherungen mit dem Gedanken, die Telematik-Versicherung einzuführen. Realisiert werden könnte das schon in diesem Jahr mit den entsprechenden Tarifänderungen. Ob sich das Modell doch gegen das alte Modell durchsetzen wird, bleibt noch abzuwarten.